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Drachen


Welcher Typ eignet sich am besten?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister - es gibt darauf keine eindeutige Antwort, da dies reine Geschmackssache ist.

Folgende drei Grundvoraussetzungen müssen jedoch gegeben sein:

Die erste Entscheidung betriff die Bauweise:

Mit Stäben

Drachen mit Stabbau sind meist zugkräftiger und unanfälliger bezüglich Böhen und Windturbulenzen (Stichwort inflating), haben aber einen großen Nachteil beim Transport. Selbst wenn der Drachen in seine Einzelteile zerlegt wurde, sind die Stäbe meist ein Ärgernis, und auch das Zusammen- und wieder abbauen nimmt Zeit in anspruch. 

Für wen das kein großes Hindernis darstellt, können z.B. Modelle wie der Rokkaku (urspr. chin: Achteck) oder de Delta-Flyer empfohlen werden. Gerade der Rokkaku ist bei richtiger Kalibrierung für seinen äußerst stabilen Flug sowie gute Zugkraft bekannt. Für einen anständigen Rokkaku würde ich Größen ab 1.80m empfehlen.

Stablos

Wie schon erwähnt ist hier ist Transportfähigkeit der größte Vorteil. So kann ein Parafoil bei gleicher Tragfläche mit gutem Willen problemlos in einen putzigen Beutel "gestopft" werden. Dafür ist die Zugkraft jedoch meist etwas geringer und es ist größere Aufmerksam bei instabilem Wind geboten, damit sich der Kite nicht plötzlich zusammengefaltet auf dem Boden wiederfindet.

Der Standard bei der stablosen Gattung ist der Parafoil, grundsätzlich mit mehreren Luftkammern zwecks Formhaltung versehen Eine Weiterentwicklung ist der Flowform, in unserem speziellen Fall der sogenannte American Flowform (auch Sutton Flowform), welcher relativ ruhig fliegt und im Vergleich zu seinen stablosen Mitstreitern sehr stabil und zuverlässig ist. Die Zugkraft ist für seine Tragflächezwar nur mittelmäßig, dafür läßte er sich aber in einer höheren Windamplitude fliegen.


Meine Drachen

Trotz jahrelangem Wohnsitz auf Sylt bin ich erst durch KAP mit dem Drachenfliegen in Kontakt gekommen. Die daher noch recht junge Sammlung beinhaltet lediglich folgende Kites:

Rokkaku (3.8 qm)

Rokkaku
Relativ günstig (um 70,- EUR) bei eBay ersteigert, Maße 2.00 x 1.80, aus 40er Spinnakernylon farbenfroh zusammengenäht. Als Windstärken sind 1.5 - 3 bft. zu empfehlen, alles was höher geht wird ...zugstark.

Sutton FlowForm #16 und #32

Importiert von CoastialKites USA (um 300,- USD), da ich keinen Reseller in Europa finden konnte. Hergestellt werden diese Drachen exklusiv von Air Affairs, Pennsylvania. Bezüglich der Steuern, Porto-, Import- und Abfertigungsgebühren von zzgl. 100,- EUR (!!) kommt einem im Nachhinein doch der ein oder andere Zweifel an der genialität dieser Aktion.

Wie auch immer, die Kites selbst eignen sich vorzüglich für das KAPing, der #16 bei Windgeschwindigkeiten von 13 bis 18 kn, der größere #32 von 8 bis 13 kn. Beide können noch ohne Windsack stabil geflogen werden.

American Flowform (5.6 qm)

American Flowform

Da in der Sommersaison auch auf Sylt die "steife Briese" nur selten anzutreffen ist, reichte selbst der Sutton #32 bei ansonst perfekten Tagen nicht mehr aus. Während er alleine noch bei geringen Lüftchen fliegt, war es zusammen mit dem Kamera-Rig hoffnungslos.

Da ich mir seit meinen Suttons geschworen habe, NIE WIEDER auch nur einen einzigen Karabiner aus Übersee zu importieren, und mir die in Deutschland erhältlichen Parafoils zu unzuverlässig erschienen, mußte ich selber ran. Nach dem Motto "Selbst ist der Mann" wurde kurzerhand 20m Spinnaker gekauft, die Nähmaschine meiner Mutter aus dem Keller entstaubt und zwei Tage lang abgezeichnet, geschnitten und genäht, wie nichts gutes. Das Ergebis meines ersten Drachens und der ersten Nähsession ist 2.8m x 2.00m groß und fliegt erstaunlich ... gut - bei 4kn - 8kn.

Ein großes Kompliment und ebensogroßer Dank geht dabei an Harald Prinzler, der dank seiner ausführlichen Kite-Pläne nicht nur für einige gelungene Bastelstunden, sondern auch für eine Ersparnis von ca. 40% im Portemonaie gesorgt hat. 

Tips zum Selberbauen

Aufgrund des noch relativ geringen Erfahrungsschatzes bzgl. des Drachenbau's steht es mir glaube ich nicht zu, großartige Tips zu geben und verweise daher lieber noch einmal auf diese Seite ;)

Nur ein Hinweis: In vielen Drachen-Shops werden Einsäumungsschienen um die 60,- EUR angeboten (habe bis heute nicht verstanden, was daran so teuer ist - anscheinend die Idee...). Während es für echte Drachenbauer wohl eine lohnende Investition ist, habe ich sowohl auf die Schiene als auch auf das zum Einsäumen gedachte (und ebenfalls nicht ganz billige) Spinnaker-Bank verzichtet. Stattdessen wurden alle Kanten einfach zweimal gefaltet und umgenäht, besonders belastete Kanten habe ich zusätzlich mit Darcon-Band verstäkt.

Bisher kann ich keine Nachteile erkennen, ob es doch noch Langzeitfolgen gibt (sich auflösende Schnittkanten), wird sich zweigen...


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